Herbert Bonewitz verstorben

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Andreas Köhne
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Herbert Bonewitz verstorben

#1 Beitrag von Andreas Köhne » Mi 15. Mai 2019, 20:08

Der deutsche Kabarettist, Büttenredner und Musiker Herbert Bonewitz ist tot. Er verstarb am 29. April 2019 im Alter von 85 Jahren.

Seine Eltern besaßen ein Tabakwarengeschäft in der Mainzer Innenstadt. Zwischen 1942 und 1945 sang Herbert Bonewitz im Domchor seiner Heimatstadt. Darüber hinaus erhielt er am Peter-Cornelius-Konservatorium Klavierunterricht und gab schon als sechsjähriger Junge ein erstes Konzert. Ein schwerer Bombenangriff verschonte auch das Elternhaus nicht, worauf die Familie in den Stadtteil Gonsenheim verzog. Dort betrieben die Großeltern väterlicherseits ein Kino. Nach dem Krieg musizierte Herbert Bonewitz in Gaststätten, ehe er sich 1949 einer Jazzformation anschloss. Bis zum Abitur 1953 war er als Pianist aktiv. Anschließend studierte Herbert Bonewitz Jura, Publizistik und Psychologie, danach absolvierte er eine kaufmännische Lehre. Einige Jahre lang war er Reisender im Außendienst, nach Feierabend durchlief er ein Fernstudium in den Bereichen Werbung, Public Relations und Grafik-Design. Von 1959 bis 1983 war Herbert Bonewitz bei einem bekannten Hygienepapierhersteller beschäftigt.

Der Startschuss zu seiner Laufbahn in der Mainzer Fastnacht fiel 1950 beim Gonsenheimer Carneval-Verein. Zahlreiche Auftritte als Begleitmusiker von Solisten und Balletts folgten. Zwischen 1951 und 1953 war Herbert Bonewitz Chorleiter der Formationen "Schnorreswackler" und "Dippelbrüder", bevor er die Leitung der "Gonsbachlerchen" übernahm. Diesen gehörte Herbert Bonewitz bis 1986 an. 1955 wirkte er in der ersten Mainzer Fernsehsitzung mit, in den folgenden Jahrzehnten gehörte er stets zu den Höhepunkten der Sendung. Herbert Bonewitz fungierte zudem sehr erfolgreich als Büttenredner, besonders seine Charaktere "Prinz Bibi" und "Dr. Ödipus Meisenspinner" fanden beim Publikum riesigen Anklang. Immer wieder nahm er die zunehmende Kommerzialisierung der Fastnacht aufs Korn, was bei den Verantwortlichen natürlich nicht immer gut ankam. 1986 verließ Herbert Bonewitz aus Zeitmangel die närrischen Bühnen, trat jedoch 1997 und 2003 nochmals auf. Zwei Jahre später präsentierte er anlässlich des 50-jährigen Fernsehfastnachtsjubiläums in einer SWR-Sendung einschlägige Stars.

1975 ermutigte ihn Hanns Dieter Hüsch, es als Kabarettist zu versuchen. Der rasch zunehmende Erfolg führte 1983 dazu, dass Herbert Bonewitz seinen bisherigen Hauptberuf aufgab. Bei seinen Gastspielen begleitete er sich immer wieder selbst am Klavier.

Auch publizistisch war der am 09. November 1933 geborene Herbert Bonewitz tätig. Von 1966 an schrieb und zeichnete er u. a. für die Comic-Reihe "Sehn Se, des is määnzerisch", die Stadtillustrierte "Der Mainzer" oder die "Mainz-Vierteljahreshefte". Für den Band "Asterix uff Määnzerisch" verfasste Herbert Bonewitz sämtliche Texte und Dialoge. Mehrere Bücher stammten ebenfalls aus seiner Feder.

Im Verlauf seiner Karriere erhielt Herbert Bonewitz Auszeichnungen wie die "Rheingoldplakette", die "Gutenbergplakette" und das Bundesverdienstkreuz am Bande. 2006 verlieh man ihm einen "Stern der Satire" auf dem Mainzer "Walk Of Fame des Kabaretts". Im selben Jahr widmete ihm seine Heimatstadt im Rathaus die sein Lebenswerk porträtierende Ausstellung "Typisch Bonewitz". Sein "Prinz Bibi" bescherte ihm 2012 den zweiten Platz bei einer Bewertung der "größten Fastnachter aller Zeiten", 2013 nahm er das Mainzer Stadtsiegel entgegen.

Herbert Bonewitz war seit 1958 verheiratet, aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Bis zuletzt lebte er in Mainz-Gonsenheim.

Möge er in Frieden ruhen!!

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