Maria Mucke verstorben

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Andreas Köhne
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Maria Mucke verstorben

#1 Beitrag von Andreas Köhne » So 3. Jun 2018, 16:45

Am 27. Mai 2018 verstarb die deutsche Sängerin und Schauspielerin Maria Mucke im Alter von 98 Jahren.

Ihre Wiege stand in Mainz, wo sie als Tochter eines Ziegeleidirektors zur Welt kam. Schon mit sechs Jahren stand sie erstmals auf einer Bühne: Maria Mucke tanzte den "Holzschuhtanz" aus der Oper "Zar und Zimmermann".

1928 verzog die Familie nach Leipzig. Maria Mucke spielte Theater und sang in der Kirche. Sie wollte gern Sängerin werden, wurde jedoch als zu jung befunden. Aus diesem Grund entschied sich Maria Mucke für die Schauspielkunst. Bei Lina Carstens durchlief sie an den Städtischen Bühnen Leipzig eine entsprechende Ausbildung. Parallel besuchte die spätere Künstlerin die Musikhochschule.
Nach ersten Rollen durfte Maria Mucke in Kotzebues Lustspiel "Die deutschen Kleinstädter" mitwirken. 1939 verlor sie ihre Mutter und wechselte anschließend ans Nationaltheater Weimar. Dort ersetzte sie eines Abends eine erkrankte Kollegin und konnte ihr Talent neben Johannes Heesters unter Beweis stellen.

Das Kriegsende verschlug Maria Mucke nach Wiesbaden, wo sie Paul Kuhn kennenlernte. Dieser schloß einen Vertrag mit ihr ab und Maria Mucke trat fortan mit seinen "Swinging Stars" in amerikanischen Clubs auf. 1948 folgte die inzwischen in Kronberg wohnende Maria Mucke dem Rat eines Freundes und stellte sich bei Radio Frankfurt vor. Noch im selben Jahr entstend mit dem Tanzochester unter Willy Berking ihre erste Rundfunkaufnahme. Zwei Jahre später schloß Maria Mucke erstmals einen Schallplattenvertrag ab. Vor allem in den 50er und 60er Jahren ließ sie mit Songs wie "Heut' ist ein Feiertag für mich", "Zauber von Paris" oder "La-Le-Lu" immer wieder aufhorchen. Maria Mucke sang während dieser Zeit nicht nur solo, sondern brachte auch Duettaufnahmen zu Gehör. Ihre Gesangspartner waren u. a. Peter Scheeben, Heinz Woezel, René Carol und Peter René Körner. Zwei ihrer damaligen Tonträger seien nachstehend gezeigt:

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1953 war Maria Mucke erstmals im Fernsehen präsent. Man sah sie in Sendungen von Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Frankenfeld, in "Zum Blauen Bock" oder "Fröhlich eingeschenkt". Auch in den Serien "Familie Hesselbach" und "Forellenhof" wirkte Maria Mucke mit. Zwischen 1993 und 1995 bekleidete sie Gastrollen am Volkstheater Frankfurt.

Ein weiteres Betätigungsfeld Maria Muckes bildete die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, wo sie als Dozentin für Schlager und Chanson tätig war.

Privat war die am 15. August 1919 geborene Maria Mucke von 1950 an mit Hans-Otto Grünefeldt, seinerzeit Leiter der Unterhaltungsabteilung und später Fernsehprogrammdirektor des Hessischen Rundfunks, verheiratet. Fortan hieß sie mit vollen Namen Maria Mucke-Grünefeldt. Die Ehe hielt bis zu seinem Tod im Jahre 1991. Ihre gemeinsame Tochter Susanne versuchte sich unter dem Pseudonym "Suse Feldt" selbst als Schlagersängerin.

Als in den 70er Jahren die Nostalgiewelle aufkam, absolvierte Maria Mucke viele Jahre lang Fernsehauftritte in Evergreenshows. Ihr musikalisches Schaffen wurde durch die CD-Alben "Kein Wölkchen am Schlagerhimmel" und "Es wird ja alles wieder gut" angemessen gewürdigt.

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Möge sie in Frieden ruhen!!

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